Eine Globalisierung der Verantwortungslosigkeit.

In unserer heutigen Gesellschaft haben wir alles. Oder mindestens „wir“ in entwickelten Ländern. Nicht nur gibt es für uns in den meisten Fällen genügend Lebensmittel und Geld, sondern auch Klamotten. Wir haben noch nicht in unserem Leben so wenig Geld für unsere Klamotten ausgegeben und gleichzeitig haben wir mehr als jemals zuvor. Aber nichts im Leben ist frei (oder praktisch so). 

Wer dann ist verantwortlich für die Bezahlung unserer Lebensgewohnheiten heutzutage? 
Diese Frage wurde insbesondere in der letzten Zeit nach dem Beginn, am letzten Donnerstag, eines Prozesses gegen deutschen Textildiscounter  „Kik“. Was geschah da? Im September 2012 sind mehr als 250 Menschen bei einem Fabrikbrand im pakistanischen Karachi gestorben. Obwohl diese bestimmte Fabrik vielen Unternehmen Klamotten liefert, war „Kik“ der haupte. Eine zusätzliche Frage entsteht dann daraus:

Kann und sollte ein Auftraggeber in Deutschland für Misstände bei einem ausländischen Zulieferer haftbar gemacht werden?

So eine Frage ist nicht leicht zu beantworten. Einerseits gibt es das moralische Argument, das behauptet sie sollten unbedingt die Verantwortung übernehmen und dass sie eine bestimmte Verpflichtung haben, in entwickelnden Ländern vorsichtig zu produzieren lassen. Aber bei genauerer Betrachtung ist das aus meiner Sicht ein etwas naives Argument. 

Zuerst muss man darauf besichtigen, dass vor allem „Kik“ ein Unternehmen ist. Und ein, das in einem breiteren wirtschaftlichen Netzwerk tätig war. Wenn man sich es aus ökonomischer Sicht berücksichtigt, erinnert sich man daran, dass das grundsätzliche Hauptziel irgendeines Unternehmens nach der ökonomischer Model allerdings darin besteht, so viel Gewinn wie möglich zu erzielen. Und nichts weiteres. 

Um so viel Gewinn wie möglich zu erzielen, heißt die Forderungen von Verbrauchern zuzuhören zu können. Seit dem ersten Weltkrieg hat unser Konsum drastisch zugenommen. Um auf meine Frage zurückzukommen, liegt die Macht wohl vor allem in unseren Händen als Verbraucher. Als Verbraucher haben wir die Macht, genau wie wir die Macht hatten, billigere Waren seit 80 Jahren zu fordern, um die Lebensbedingungen für Fabrikarbeiter in entwickelnden Ländern zu einer unserer Forderungen von den Unternehmen, von denen wir kaufen, zu machen.

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